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Zur noch bevorstehenden Planung der zukünftigen Gestaltung der Chor-und Orgelempore und eines neuen Orgelgehäuses in unserer Pfarrkirche ist ein Modell zu Verdeutlichung verschiedener Möglichkeiten sehr hilfreich. So freuen wir uns sehr, dass Modellbauer Herr Reinhold Ruf aus Neuhausen bereit war, in rein ehrenamtlicher Arbeit für uns ein solches Modell zu bauen. Kürzlich konnte Herr Ruf uns das Meisterstück überreichen und wir bedanken uns sehr herzlich für sein Engagement zugunsten unserer Orgelrestaurierung! Derzeit wird das Modell noch von anderer Hand koloriert und kann dann gelegentlich nach den Sonntagsgottesdiensten am Orgelstand in der Kirche besichtigt werden. |
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Spende von 600.-Euro! Kürzlich spendete Frau Grete Reisinger aus unserer Kirchengemeinde erneut den Erlös aus ihrem letzten Tanzkurs im katholischen Gemeindehaus: Sie konnte an Herrn Grohmann einen Scheck in Höhe von 600.-Euro überreichen. Wir danken Frau Reisinger hierfür und ebenfalls allen Tänzerinnen und Tänzern, die durch ihre Kursteilnahme diese Spende zugunsten der Orgelrestaurierung ermöglicht haben! |
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Unser herzliches Dankeschön und Vergelt´s Gott gilt der Trauerfamilie unseres geschätzten, kürzlich verstorbenen Bürgermeisters i.R. Alfons Frick. Im Sinne des Verstorbenen, er war früher selbst begeisterter Organist, baten Frau Charlotte Frick und die Angehörigen, anstelle von Blumen und Kränzen, für die Restaurierung der E.F.Walcker in unserer Pfarrkirche Neuhausen zu spenden. Dieser Bitte folgten viele Trauergäste und es kam der beachtliche Betrag von 3.350.- € zusammen! Gleichzeitig gilt unser Dank, ausdrücklich auch im Namen der Trauerfamilien Charlotte Frick und Monika Hass geb.Frick, allen Trauergästen und Spendern, die auf diese Weise ihre Wertschätzung und Anteilnahme zum Ausdruck gebracht haben - verbunden mit der Unterstützung der bevorstehenden Orgelsanierung. |
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1. Internationales EF Walcker Symposion 2002
Besonders erfreulich für uns ist, daß eines der beiden externen Ziele des Symposions am Samstag, 28. September 2002 unsere E.F. Walcker-Orgel in Neuhausen war! Die etwa 60 Kursteilnehmer und etwa 20 interessierte Bürgerinnen und Bürger aus Neuhausen wurden zuerst von Dekanatskirchenmusiker Markus in Neuhausen willkommen geheißen und kurz in die Geschichte der Kirchengemeinde Neuhausen/Filder und der E.F. Walcker-Orgel eingeführt. Danach schilderte Prof. Rudolf Meyer von der Musikhochschule in Winterthur, Schweiz, das besondere Klangbild unserer Orgel. Er stellte einige Vergleiche mit anderen Orgeln an und betonte, dass die Neuhäuser Orgel ein echtes Kleinod darstellt. Er bestärkte darüber hinaus die Verantwortlichen der Kirchengemeinde und der Diözese den eingeschlagenen Weg der Restaurierung fortzusetzen und dieses wertvolle Werk der Nachwelt zu erhalten. Er führte dann das Publikum in sein Orgelkonzert ein. Er spielte Werke von August Gottfried Ritter, Camille Saint-Saens, Alexandre Piere Félix Boely und Johann Sebastian Bach.
Damit wird von ganz unabhängiger Seite die große internationale Bedeutung unserer Neuhäuser Walcker-Orgel bestätigt. Dies zeigt uns auch die Perspektive auf, nach erfolgter Restaurierung unserer Orgel dieses Symposion auch einmal in Neuhausen zu veranstalten. Mit Sicherheit würde dies zur Erhöhung des Bekanntheitsgrades der Gemeinde Neuhausen auf den Fildern beitragen.
Das Programm des Symposions Donnerstag, 26.09.2002 - Anreise Vorstellung der Schramberger Walcker-Orgel - Kleines Orgelkonzert - Besichtigung der Orgel Geselliges Kennenlernen Freitag, 27.09.2002 - Referate DIE SCHRAMBERGER WALCKER-ORGEL Kaffeepause LEBEN UND WERK E.F. WALCKERS DIE ORGEL VON ET. WALCKER Mittagspause DIE KLANGGESTALT SEINER WERKE KLANGCHARAKTERISTIK ORGANISTEN UND ORGELKOMPONISTEN Kaffeepause DIE WALCKER-SCHULE WALCKER UND CAVAILLÉ-COLL Nachtessen und anschl. gemütliches Beisammensein Samstag, 28.09.2002 - Exkursion plus Konzert Orgelexkursion am Samstag, 28.09.2002 8:00 Uhr Abfahrt Exkursion nach Neuhausen auf den Fildern und Hoffenheim 9:30 Uhr Besuch der großen Walcker- Orgel in Neuhausen auf den Fildern
Orgelkonzert von Prof. Rudolf Meyer in Neuhausen/Filder
11:00 Uhr Weiterfahrt mit Mittagessen 15:30 Uhr Rückfahrt 20:00 Uhr Abschlusskonzert an der Schramberger Walcker-Orgel Opus 46, 1844, III/36 (weltweit einziges original restauriertes Instrument in dieser Größe!) |
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Am 11. September konnte unser Gemeindemitglied Karl Friton ( Koppenmühle, Entenstrasse 2 in Neuhausen/Filder ) seinen 90ten Geburtstag feiern wozu wir ihm an dieser Stelle herzlich gratulieren und noch viele Jahre bei bester Gesundheit wünschen. Am Sonntag, den 15. September, gab es dann ein größeres Fest im Neuhäuser Saalbau, zu dem Herr Friton viele Geburtstagsgäste einladen konnte. Im Rahmen dieser Feier wünschte sich der Jubilar für seine Gäste eine Orgelführung in St. Petrus und Paulus. Dieser Bitte kam unser Kirchenmusiker Markus Grohmann natürlich gerne nach. Ein weiterer Wunsch von Herrn Friton war es, Geldgeschenke zu seinem Geburtstag der Orgelrestaurierung zur Verfügung zu stellen. Über dieses Zeichen freuen wir uns ganz besonders. Am Donnerstag, den 19. September 2002, konnte unser Dekanatskirchenmusiker Markus Grohmann und der Vorsitzende des Orgelförderkreises Dr. Helmut Eisele von Herrn Friton einen Scheck in Höhe von: 2.000,- € in Empfang nehmen. Wir bedanken uns bei Herrn Friton ganz herzlich. Ein herzliches Dankeschön ergeht auch an seine Geburtstagsgesellschaft für die großzügigen Spenden. |
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Orgelrestaurierung Neuhausen wird nach Sachsen vergeben Fa.Hermann Eule Orgelbau in Bautzen erhält Auftrag zur Restaurierung der E.F.Walcker-Orgel in St.Petrus und Paulus Neuhausen auf den Fildern Der Auftrag zur Restaurierung der wertvollen Eberhard Friedrich Walcker-Orgel von 1854 in der Pfarrkirche St. Petrus und Paulus Neuhausen wird an die Orgelwerkstätte Hermann Eule Orgelbau in Bautzen/Sachsen vergeben. Dies entschied am 24. Juni 2002 der Kirchengemeinderat. Mit dieser Entscheidung geht ein fast zweijähriger, ausgiebiger und schwieriger Prozess der Meinungsbildung in Zusammenarbeit mit der eigens eingesetzten Orgelkommission der Diözese Rottenburg-Stuttgart zu Ende. Die Kosten für die Sanierung des denkmalgeschützten Instruments werden rund 597.000.- € betragen. Der Beginn der Restaurierungsmaßnahmen muss allerdings noch etwas auf sich warten lassen, da die Lieferzeit für ein solch umfassendes Projekt zweieinhalb bis drei Jahre beträgt. So wird die Neuhausener Walcker-Orgel auf jedenfall noch bis Weihnachten 2003 erklingen, bevor sie komplett abgebaut und in die Werkstatt nach Bautzen gebracht wird. Spätestens im Juni 2005 soll das Instrument dann wieder eingeweiht werden. Die Firma Eule Orgelbau wurde im Jahre 1872, zufällig dem Todesjahr Eberhard Friedrich Walckers, in Bautzen von Orgelbaumeister Hermann Eule gegründet. Bald gehörte die Firma zu den führenden Orgelbaufirmen in der Oberlausitz und in Sachsen. Mit Orgelneubauten im deutsch-romantischen Stil wie seinerzeit bei Walcker, aber auch mit Restaurierungen wertvoller Orgeln wie z.B. der berühmten Silbermann-Orgel in Freiberg/Sachsen und der E.F.Walcker-Orgel im Dom zu Riga machte sich Fa. Eule einen Namen. Zu DDR-Zeiten war die zwangsweise verstaatlichte Firma eher in Richtung Osten orientiert und baute große Orgeln in den Domen zu Bautzen, Zwickau, Meißen und Warschau/Polen sowie einige Instrumente in Berlin. Leipzig und Dresden. Nach der deutschen Wiedervereinigung erhielt die inzwischen reprivatisierte Fa.Eule einige Restaurierungsaufträge bedeutender Instrumente: Die E.F.Walcker-Orgeln in Annaberg/Erzgebirge und in St. Petri zu Soest/Westfalen; die Orgel des Walcker-Schülers Steinmeyer in der großen St. Martinskirche Bamberg sowie die historische Hildebrandt-Orgel in der Wenzelskirche Naumburg - einst disponiert und abgenommen von J.S.Bach höchstpersönlich. Erst im Januar 2002 vollendete Fa. Eule im neuen Konzertsaal der 1843 von Felix Mendelssohn-Bartholdy gegründeten Musikhochschule Leipzig eine Konzertorgel mit 60 Registern im Stile der deutschen Orgelromantik - ein Novum in der deutschen Orgellandschaft. Derzeit restauriert Fa. Eule die größte Orgel Sachsens in der berühmten Nikolai-Kirche zu Leipzig, dem Ausgangsort der friedlichen deutschen Revolution 1989 und früheren Wirkungsstätte J.S.Bachs. Dieses Instrument wurde 1862 mit 84 Registern vom „Walcker des Ostens“, Friedrich Ladegast, erbaut und nun, wie auch bei der Neuhausener Orgel geplant, in den Originalzustand zurückversetzt. Markus Grohmann, Dekanatskirchenmusiker
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Tagesordnung: Arbeitsberichte zu den Arbeitsteams:
.Weitere Themen waren:
==> Helmut sich um die Beschaffung entsprechender Broschürenständer kümmern, damit die Broschüren nicht unordentlich herumliegen und weggeworfen werden.
==> Helmut wird die Bürgergarde um Zustimmung bitten
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Spendenübergabe von 1.675,- € aus der Altkleider- und Altpapiersammlung der Bürgergarde Neuhausen 1805 e.V. am Fronleichnamsfest 2002
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Auf dem Gemeindefest an Fronleichnam und am Sonntag, den 2. Juni, fanden unserer Besucher im Pfarrgarten wieder den Orgelkiosk mit seinem vielseitigen Verkaufssortiment vor. Wie im letzten Jahr war das Fest wieder Anlass zur Begegnung und zum Gespräch bei einem Gläschen Orgelsekt. Auch unsere druckfrischen Broschüren mit allen wichtigen Informationen zum Orgelprojekt lagen zur kostenlosen Mitnahme aus! Diözesankirchenmusiker Markus Grohmann führte auch dieses Jahr die WaIcker-Orgel und ihre derzeitige Problematik im Rahmen von Orgelführungen direkt in der Kirche vor. Für Ihren regen Besuch bedankt sich das Team vom Orgelkiosk! |
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10. April 2002 Staatsminister Prof. Dr. Julian Nida-Rümelin unterstützt Restaurierung der Petersburger "Walcker-Orgel" Die Restaurierung der Konzertorgel ist das Gastgeschenk der Bundesrepublik Deutschland an die Stadt Sankt Petersburg und seine Bürger zum Jubiläum. Aus Anlass des 300jährigen Gründungsjubiläum von Sankt Petersburg im Jahr 2003 wird der Beauftragte der Bundesregierung für Angelegenheiten der Kultur und der Medien, Staatsminister Julian Nida-Rümelin, die dringend notwendige Restaurierung der Konzertorgel im Großen Saal der Sankt Petersburger Philharmonie der sogenannten "Walcker-Orgel" mit einem Betrag von 1,3 Mio. Euro fördern. Die Restaurierung der Konzertorgel ist das Gastgeschenk der Bundesrepublik Deutschland an die Stadt Sankt Petersburg und seine Bürger zum Jubiläum. Erbaut wurde die Orgel von den Söhnen des deutschen Orgelbaumeisters Eberhard Friedrich Walcker (1794-1872). Sie ist die einzige erhalten gebliebene Konzertorgel in Sankt Petersburg. Staatsminister Nida-Rümelin erklärte dazu: "Dass sich Deutschland bei der Restaurierung der "Walcker-Orgel" engagiert, demonstriert seine kulturelle Verbundenheit mit Russland im allgemeinen und mit Sankt Petersburg ganz besonders." Die Orgel werde nach der Restaurierung weiterhin einen hervorragenden Platz im wichtigsten Konzertsaal Sankt Petersburgs, der zugleich einer der bekanntesten Europas ist, einnehmen. "Die Orgel hat sowohl für Russland wie für Deutschland eine hohe kulturhistorische Bedeutung. Ihre Restaurierung ist daher auch ein Signal für die gemeinsame kulturelle Verantwortung von Russland und Deutschland." Kontakt/Information: BPA-Referat "Kultur und Medien", Tel.: 01888-272-3281, Die Pressemitteilung können Sie hier im Original auf der Homepage des Bundeskanzlers nachlesen |
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Rückgabe der Leihgaben unserer Orgelausstellung an Gerhard Walcker-Mayer und
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E.F. Walcker-Ausstellung im 1. Stock des Neuhausener Rathauses
Die Ausstellung umfasste u.a. ausgewählte Exponate des Orgelbauers E.F. Walcker aus der Zeit um 1850, in der unsere Orgel in Ludwigsburg gebaut wurde, sowie einen Überblick über unsere eigene Orgel und den aktuellen Stand des Renovationsprojektes.
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Einige Bilder von unserer Jahreshauptversammlung am 13. März 2002
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Sehr geehrter Herr Bürgermeister Hacker, sehr geehrter Herr Pfarrer Kirsch, sehr geehrter Herr Walcker-Mayer, sehr geehrte Mitglieder des Gemeinderates und Kirchengemeinderates, verehrte Gäste und Orgelfreunde! Ohne die Schlacht von Waterloo von 1815, bei der Napoleon vernichtend geschlagen wurde, wären wir heute vielleicht nicht hier - zumindest nicht wegen der Sache Walcker-Orgel. Und sie, Herr Walcker-Mayer, der Ur-Ur-Enkel, wäre vielleicht gar nicht auf der Welt. Was die Schlacht von Waterloo mit unserer Ausstellung zu tun hat, fragen sie sich sicher? Am 26.Juni 1815 wurde E.F.Walcker zum Kriegsdienst eingezogen - und der Kriegsdienst dieser Zeit galt in erster Linie den Franzosen. Doch bereits am 15.Juli, also nur 3 Wochen später, wurde Walcker wieder als Soldat entlassen - "dank" der Schlacht von Waterloo war der Krieg mehr oder weniger überraschend beendet und E.F.Walcker wurde wie viele Andere verschont - blieb am Leben und sollte eine große Karriere vor sich haben - die auch uns Neuhäuser hier betrifft. E.F.Walcker wurde am 3. Juli 1794 in Cannstatt als Sohn des Orgelbauers Johann Eberhard Walcker geboren. Der Vater schrieb aus diesem Anlass in die Familienbibel: Anno 1794 den 3. Julius abends zwischen 5 und 6 Uhr wurden wir mit einem lieben Söhnlein erfeut, welchem den folgenden Tag in der heiligen Taufe der Name Eberhard Friedrich gegeben wurde. der Herr schenke diesem Kind Wachstum und Stärke im Geistlichen und Leiblichen und lasse uns Freude und Wonne an ihm erleben". Dies sollte auch so geschehen - Vater Walcker starb am 18. Juli 1843 im Hause seines inzwischen international bekannten und angesehen Sohnes in Ludwigsburg im gesegneten Alter von 87 Jahren. E.F.Walckers Kindheit in Cannstatt war hart. 1796 kämpften französische gegen österreichische Truppen bei Cannstatt - das Städtchen wurde schwer unter Beschuss genommen und die Familienchronik der Walckers berichtet: "Die beiden mit der Mutter im Keller campierenden Kinder Juliana im Alter von 4 Jahren und E.F. im Alter von 2 Jahren, lagen, erstere im Krampfhusten, letzterer an der von fremden Truppen eingeschleppten Blatternkrankheit, schwer betroffen darnieder. Das 4jährige Töchterlein erlag seinem Leiden am 25.Juli - während das 2jährige Söhnlein erhalten blieb". Die Zeit der Kindheit Walckers war von bitterster Not gezeichnet und erst nach 1811 besserte sich die Lage. Die schwere Zeit der Kindheit prägte E.F.Walcker für sein späteres Leben. Bereits als Kind und später handwerklich geschickt als Jugendlicher war Walcker in der Werkstatt seines Vaters zugegen und ihm war bald klar, dass er ebenfalls den Beruf des Orgelbauers erlernen wollte - was seiner Mutter wegen der schlechten Berufsaussichten gar nicht gefiel. Im Sommer 1807 besuchte der bekannte Orgeltheoretiker und Künstler Abbe´ Vogler Walckers Vater in Cannstatt - eine Begegnung mit vielen neuen Ideen zur Orgeltechnik und zum Klangbild eines vielleicht neuen Orgelbaues - die den jungen E.F. sehr prägten. Im Jahre 1821 heiratete Walcker die Ludwigsburgerin Beate Weigle und gründete dort später, nachdem er für 100 Gulden die Bürgerrechte erworben hatte, seine eigene Werkstatt - bewusst fernab vom Vater, um diesem keine Konkurrenz zu machen. E.F.Walckers erste Orgel Opus 1 , 1820, für Kochersteinsfeld, entstand allerdings noch in der Cannstatter Werstatt des Vaters. Ab 1824 ging es mit seiner kleinen neu gegründeten Werkstatt in Ludwigsburg aufwärts - er erhielt den Auftrag, für die Stuttgarter Garnisonskirche eine größere Orgel mit 20 Registern zu bauen. Die "treffliche Qualität" des Instrumentes sprach sich bald herum und weitere Aufträge folgten. E.F.Walcker hatte Visionen eines neuen, romantischen Orgelklanges und Orgelbaues. Die Orgelmusik spielte in dieser Zeit bei den Komponisten kaum noch eine Rolle, was er vor allem dem bis dato immer noch barock ausgerichteten Orgelklang anlastete, obwohl sich die Musik und die Besetzung der Orchester bereits stark verändert hatte. So suchte er nach Möglichkeiten, den Orgelklang viel farbiger und runder zu gestalten - was andererseits - vor allem in großen Domkirchen - eine sehr große Disposition, also eine Vielzahl an Registern und somit Pfeifen, notwendig machte. Das barocke System der so genannten Schleiflade war wegen der Windversorgung der Pfeifen auf eine bestimmte Größe beschränkt. Großmensurierte Farbregister, die naturgemäß viel Wind verschlucken, waren bei dieser Orgeltechnik nur sehr eingeschränkt möglich. So forschte und tüfftelte E.F.Walcker mit vollem Einsatz, auch unter großem finanziellen Aufwand an einer neuen Technik - der so genannten Kegellade - die nach und nach reifte und sich später im Orgelbau allgemein durchsetzte.Durch die Vollendung dieser Kegellade konnte Walcker nun seine klanglichen Vorstellungen, die er längst im Kopf hatte, umsetzen. Der große, auch internationale Durchbruch gelang Walcker mit seinem Instrument Opus 9, sein bisher größtes Instrument für die berühmte und politisch bedeutende Frankfurter Paulskirche mit 74 Registern auf 3 Manualen.Über die Einweihung am 9. Mai 1833 schrieb die Franfurter Zeitung: "Die neue Orgel steht nun als Meisterwerk da, das an Stärke des Tons, an Mannigfaltigkeit, Zartheit und Reinheit der Stimmen, keiner bis jetzt bekannten Orgel nachsteht, die meisten weit übertrifft!" Insgesamt 12 große Instrumente markieren nun Walckers Entwicklung zum führenden und innovativsten Orgelbauer Deutschlands; 1843 folgte der Auftrag für die Stuttgarter Stiftskirche - es folgen, für damalige Zeiten eine absolute Seltenheit im Orgelbau - Großaufträge aus dem Ausland - Petersburg - Reval - Helsinki und Zagreb - um nur einige zu nennen.Die größte Orgel der Welt baut Walcker mit 100 Registern - das heißt über dreimal so groß wie unsere Orgel hier in Neuhausen - für das Ulmer Münster. In Ulm führte Walcker jahrelang Verhandlungen um den Kirchengemeinderat und die Verantwortlichen von seinem völlig neuen Konzept zu überzeugen - er hätte lieber auf den großen Auftrag verzichtet, als seine Auffassung preiszugeben. Am 16. Oktober 1856 fand die Einweihung der neuen Ulmer Münster-Orgel statt. Der berühmteste französiche Orgelbauer Cavaille´-Coll, der mit Walcker in fachlichem Austausch stand, schrieb nach der Besichtigung dieser neuen Orgel an den bedeutenden belgischen Komponisten Jaques Lemmens: "Ich hätte gewünscht, sie wären dabei gewesen, um dieses gigantische Werk zu prüfen. Es bedarf hier eines Mannes von ihrem Zuschnitt um die Möglichkeiten eines so prachtvollen Instruments auszuschöpfen.(...) Es scheint als habe Herr Walcker in dieser Orgel alles vereinigen wollen, was die moderne Kunst Vollkommeneres besitzt und wozu er selbst das Seine beigetragen hat. Walckers Unternehmen war inzwischen sehr gewachsen und er war stets bemüht um das Wohl seiner Mitarbeiter. Eine für damals revolutionäre Werkstattordnung schütze die Mitarbeiter auch im Krankheitsfall - sicherte ihnen ggf. eine kostenlose Krankenhausbehandlung zu u.a.. Walcker begann den Morgen mit seinen Mitarbeitern mit einer Morgenandacht - danach wurde der Tagesablauf besprochen. Er legte ebenso größten Wert auf einen gemeinsamen Mittagstisch der Belegschaft - wo ihm seine Frau Beate eine aufopfernde Stütze war. Walcker hatte erkannt, dass eine Orgel nach seinem Kunst-und Qualitätsbegriff nur dann zu verwirklichen war, wenn jeder einzelne sich mit seiner Arbeit im Betrieb und dem zu erstellenden Instrument identifizieren konnte. Nur so ist es auch zu erklären, dass es die Fa. in der Zeit E.F.Walckers durch die durchdachte arbeitsteilige Produktion auf insgesamt 277 Instrumente brachte - und alle von hoher und höchster Qualität. Auch der berühmte Komponist und Orgelvirtuose Max Reger spielte jahrelang auf einer Walcker-Orgel in Wiesbaden und muss beeindruckt gewesen sein - wie sich in einigen seiner großartigsten Orgelkompositionen zeigt: In der Choralfantasie "Wie schön leuchtet der Morgenstern" beziehen sich alle Registrieranweisungen auf die Praxis der Wiesbadener Walcker-Orgel. Walcker lieferte inzwischen auch nach Übersee - bekam den Auftrag für die erste große Konzertorgel in den USA - in der Musicalhall Boston. Er wurde mittlerweile so bekannt, dass er teilweise Post aus dem Ausland erhielt mit der Adresse "Orgelmacher Walcker in Deutschland" - und die Post kam an. Privat hatte er einige Schicksalsschläge wegzustecken - 1843 verstarb überraschend seine Frau und rechte Hand Beate im Alter von 50 Jahren. Von 4 Kindern aus dieser Ehe starben 2 Kinder. Seine zweite Ehefrau Maria Stump aus Kirchheim/Teck - die er beim dortigen Orgeleinbau kennen gelernt hatte, schenkte ihm 11 Kinder, von denen sie allerdings auch 2 Mädchen zu Grabe tragen mussten. Insgesamt hatte E.F.Walcker also 11 Kinder, von denen die 8 Söhne teilweise Orgelbauer, teilweise Kaufleute wurden. Die 3 Mädchen heirateten in Familien ein. Wie es oft so geht hatte auch Walcker anfangs Probleme, dass seine Erfindung der Kegellade und seine gesamten Neuerungen von den Aufsichtsbehörden ernst genommen und patentiert wurden. So schrieb er selbst darüber: "Unsere württembergischen Aufsichtsbehörden waren, nur mit wenigen Ausnahmen, jahrelang der Hemmschuh gegen diesen gewaltigen Fortschritt der Orgelbaukunst und erlaubten aus Mangel an technischen Kenntnissen, durchaus nicht diese neue Construktion in einer öffentlichen Kirche ausführen zu lassen, weil sie von der Stabilität derselben noch keine Beweise habe. Erst vom Ausland her mussten sie überzeugt werden...!" Wie war ist und bleibt doch der Spruch vom Prophet im eigenen Land! Am 1. März 1843 wurden Walckers neue Windladentechnik patentiert und somit auch rechtlich gesichert.E.F.Walcker und sein Lebenswerk für den Orgelbau wurde noch zu Lebzeiten mit vielen Auszeichnungen geehrt, von denen die wichtigsten erwähnt seien: 1855 bekam er für das sehr gelungene Werk der Orgel im Dom zu Zagreb - übrigens die nächste Orgel mit Opus 127 nach unserer Neuhäuser Orgel mit Opus 126 - die silberne Ehrenmedaille des Kronkardinals von Agram verliehen - verbunden mit einem Ehrensold von 2000 Kronen.( Diese Medaille bildet Bestandteil unserer Ausstellung!) Durch den württembergischen König wurde er mehrmals ausgezeichnet: 1830 erhielt er die goldene Verdienstmedaille; 1854 die große goldene Verdienstmedaille für Kunst und Wissenschaft.; 1865 das Ritterkreuz 1. Klasse des Friedrichordens. 1857 verlieh im die Academie Nationale Paris die silberne Ehrenmedaille. 1865 wurde er Ehrenmitglied und Meister des freien deutschen Hochstifts in Frankfurt am Main. E.F.Walcker starb am 4. Oktober im Alter von 78 Jahren in Ludwigsburg. Seine Firma war bereits in den Händen seiner Söhne. Noch heute erinnert ein Relief im Landesgewerbeamt an ihn als einen der großen Industriepioniere unseres Landes. Durch die Erfindung des elektrischen Stroms, durch die Zerstörungen der beiden Weltkriege - durch veränderten Musikgeschmack und die Bewegung des Neo-Barock in den 1960ger Jahren , als alles romantische in Musik, aber auch Baukunst, verpönt schien, wurde das Erbe E.F.Walckers schwer in Mitleidenschaft gezogen - so dass heute nur noch wenige Instrumente erhalten sind. Unserer Neuhausener Walcker-Orgel mit ihren 32 Registern auf 2 Manualen stellt die einzige noch erhaltenen Walcker-Orgel mit originaler Kegelladen-Mechanik dieser Größe dar. Trotz einiger Änderungen in den 1920 und 1930ger Jahren verfügt diese Orgel über ein äußerst großes Potential an Walckerscher Originalsubstanz. Dass sich die Kirchengemeinde Neuhausen trotz des gleichzeitigen Kirchenneubaues bei der Auftragserteilung der Orgel am 26. März 1851 für "Den Besten" entschied, ist uns heute - verantwortlich für eine wegweisende Sanierung des überregional bedeutenden Instruments - Verpflichtung. Wir nähern uns derzeit dem Spendenstand von 490.000.- DM oder 250.000.- Euro - ein Ergebnis nach knapp zwei Jahren Orgelförderkreisarbeit, auf das wir stolz sind. Im März und April dieses Jahres unternimmt der Kirchengemeinderat verschiedene Orgelfahrten, die auf Empfehlung der diözesanen Orgelkomission zustande kamen - im Mai dieses Jahres soll dann die Entscheidung über die Auftragsvergabe zur Renovation fallen. Meiner Einschätzung nach könnte unsere Orgel dann nächstes Jahr abgebaut werden. Nun zum Schluss: Diese Ausstellung soll wie viel andere Aktionen unseres Orgelförderkreises dazu beitragen, der Bevölkerung hier und im Umland die wirklich große Bedeutung und überregionale Bedeutung dieses kirchlich - kulturellen Projektes näherzubringen. Auch wenn eine enorme, jahrelange Kraftanstrengung notwendig ist um die finanziell beträchtliche Renovation auf den Weg zu bringen, zeigen uns vergleichbare Projekte in anderen Gemeinden, voran in Schramberg im Schwarzwald, wie eine sanierte Walcker-Orgel nicht nur die Liturgie und das Konzert enorm bereichert, sondern der ganze Ort oder die ganze Stadt zu einem anerkannten "Pilgerort" für Organisten, Studierende, Professoren und Orgelfreunde wird - was gerade für uns so nah an Stuttgart und an der Autobahn von besonderer Bedeutung sein wird. Unsere kleine Ausstellung ist gestaltet in 3 Teilen: In den Vitrinen finden sie überwiegend Gegenstände aus dem persönlichen Nachlass von E.F.Walcker sowie historisch wertvolle Orgelpfeifen und natürlich unser Glanzstück - das origanle Portrait Walckers in Öl von 1850. An den Schautafeln finden sie eine Beschreibung der wichtigsten Orgelbauten Walckers, die auch vorhin von mir erwähnt wurden. So haben wir auch die originalen Zeichnungen der Orgeln von Petersburg und Reval hier. Der dritte Teil der Ausstellung vermittelt anhand der Schautafeln an der Wand einige Eindrücke speziell über unsere Orgel in Neuhausen - hier finden sie auch die Seiten, wie sie inm unserem Internet-Auftritt vorhanden sind - den wir ihnen für Zuhause ebenfalls empfehlen wollen. Nun danke ich für ihre Aufmerksamkeit und wünsche ihnen noch einen angenehmen Abend sowie gute Eindrücke über den Orgelbaumeister des 19. Jahrhunderts - Eberhard Friedrich Walcker. ___________________________________________________________________________ Literatur: - "Die Geschichte der Walcker-Orgel Neuhausen" von Markus Grohmann, 1997 in: Schriftenreihe zur Ortsgeschichte, Band 1 - "Eberhard Friedrich Walcker" von Rudi Schäfer und Ferdinand Mossmann Musikwissenschaftliche Verlagsgesellschaft Kleinblittersdorf 1994
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